E-Mobilität soll gefördert und Bürokratie abgebaut werden

Gesetzgeber plant zahlreiche Steueränderungen

 

Neben dem Jahressteuergesetz 2019 gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Gesetzesvorhaben mit Steueränderungen für das nächste Jahr. Welche der geplanten Regelungen schließlich alle parlamentarischen Hürden nehmen werden, bleibt jedoch abzuwarten. In den Gesetzentwürfen geht es vor allem um die weitere Förderung der Elektromobilität, um Bürokratieabbau, die teilweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags, die Neugestaltung der Grundsteuer, die Verhinderung von steuerlichem Gestaltungsmissbrauch sowie um die Entlastung von Arbeitnehmern. Einige wichtige Änderungsvorschläge finden Sie nachfolgend.

Steuerliche Förderung der Elektromobilität wird ausgeweitet

Nicht ohne Grund heißt das Jahressteuergesetz 2019 (JStG 2019) eigentlich Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften. So wird die begünstigte Dienstwagenbesteuerung für Elektro- oder Hybridfahrzeuge bis 31.12.2030 verlängert, wonach nur 1 % des halben Bruttolistenpreises die Bemessungsgrundlage für den monatlichen geldwerten Vorteil bzw. die Privatentnahme bildet. Voraussetzung ist eine stufenweise geringere Kohlendioxidemission je gefahrenen Kilometer bzw. eine größere Mindestreichweite bei ausschließlicher Nutzung des elektrischen Antriebs. Bei Elektrofahrzeugen ohne Kohlendioxidemissionen und mit Anschaffungskosten bis 40.000 Euro bildet sogar nur ein Viertel des Bruttolistenpreises die Bemessungsgrundlage für die 1%-Regelung. Auch die Steuerbefreiung für Vorteile aus dem elektrischen Aufladen eines Elektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers für überlassene betriebliche Ladestationen zur Privatnutzung und die Pauschalversteuerung der Vorteile aus der unentgeltlichen Übereignung von Ladevorrichtungen oder für Zuschüsse für deren Erwerb werden bis 31. Dezember 2030 verlängert.

Auch im Lieferverkehr sollen mehr umweltfreundliche Fahrzeuge eingesetzt werden. Daher plant der Gesetzgeber eine Sonderabschreibung für rein elektrisch betriebene Lieferfahrzeuge mit einer Gesamtmasse von max. 7,5 Tonnen und elektrisch betriebenen Lastenfahrrädern. Bei nach dem 31. Dezember 2019 angeschafften Lieferfahrzeugen könnten im Jahr der Anschaffung neben der linearen Abschreibung 50 % der Anschaffungskosten abgesetzt werden. Eine daraus resultierende Steuerersparnis kann einen nicht unerheblichen Liquiditätsvorteil schaffen, beispielsweise 10.000 Euro bei Anschaffungskosten von 50.000 Euro (25.000 Euro Sonderabschreibung x 40 % Einkommensteuer).

Betriebliche Fahrräder steuerfrei nutzen

Wer in der Freizeit und für die Fahrten zur Arbeit das Fahrrad nutzt, bleibt nicht nur fit, sondern schont auch die Umwelt und möglicherweise auch sein Portemonnaie. Denn die private Nutzung eines vom Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn überlassenen betrieblichen Fahrrads ist steuerfrei. Auch für die Wege zur Arbeit muss nichts versteuert werden. Im Gegenteil – es können sogar noch Werbungskosten in Höhe der Entfernungspauschale abgezogen werden.

Diese Regelung soll bis zum 31. Dezember 2030 verlängert werden. Damit können Unternehmen besser planen, insbesondere, wenn sie die betrieblichen Fahrräder leasen wollen. Aber auch die Unternehmer selbst können ein betriebliches Fahrrad nutzen, ohne eine private Entnahme versteuern zu müssen.

Pauschalbesteuerung für Jobtickets

Zuschüsse des Arbeitgebers für Jobtickets sind seit 2019 steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden. Werden sie durch eine Gehaltsumwandlung finanziert, ist der geldwerte Vorteil zwar steuerpflichtig, kann aber mit 15 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer
pauschal besteuert werden. In beiden Fällen mindert der geldwerte Vorteil die als Werbungskosten abziehbare Entfernungspauschale. Das lässt sich künftig vermeiden, wenn der Arbeitgeber das Jobticket pauschal mit 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer versteuert.

 

Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen werden erhöht

Die steuerfreien Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen bei Auswärtstätigkeiten, Dienstreisen oder doppelter Haushaltsführung sollen angehoben werden.

 
Abwesenheitsdauer 2019 ab 2020
mehr als 8 Stunden 12 € 14 €
An- und Abreistag 12 € 14 €
mehr als 24 Stunden 24 € 28 €

 

Freibetrag für Mitarbeiterwohnungen

Um Mitarbeiter angesichts des angespannten Wohnungsmarktes in Ballungsgebieten zu binden, überlassen Unternehmer ihren Angestellten verbilligt oder auch unentgeltlich eine Wohnung zu eigenen Wohnzwecken. Bei einer verbilligten Überlassung soll künftig der Ansatz eines Sachbezugs unterbleiben, soweit das vom Arbeitnehmer gezahlte Entgelt mindestens zwei Drittel des ortsüblichen Mietwerts beträgt und die monatliche Miete pro Quadratmeter 25,00 Euro ohne umlagefähige Kosten nicht übersteigt.

Steuerfreiheit für Sprach- und Computerkurse

Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers, die die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern verbessern, sollen steuerbefreit werden. Dazu gehören neben Leistungen nach § 82 SGB III auch Sprach- oder Computerkurse, die nicht arbeitsplatzbezogen sind und keinen überwiegenden Belohnungscharakter haben.

Erleichterungen bei der Archivierung von elektronisch gespeicherten Steuerunterlagen

Schon seit 2002 gibt es die digitale Betriebsprüfung, die es den Finanzbeamten erlaubt, Einsicht in die mit Hilfe eines Datenverarbeitungssystems erstellten steuerlichen Daten zu erlangen. Dabei können die Prüfer die Nutzung dieses Datenverarbeitungssystems, die maschinelle Auswertung dieser Daten oder einen Datenträger mit den gespeicherten Steuerunterlagen verlangen. Das heißt, nicht nur die Daten, sondern auch die Datenverarbeitungssysteme müssen für die gesamte Dauer der 10-jährigen Aufbewahrungspflicht vorgehalten werden. Der Entwurf des Dritten Bürokratieentlastungsgesetzes (BEG III) sieht vor, dass Steuerpflichtige künftig fünf Jahre nach einem Wechsel des Datenverarbeitungssystems oder einer Datenauslagerung nur noch einen Datenträger mit den gespeicherten Steuerunterlagen vorhalten müssen. Dies soll für alle Systemwechsel und Auslagerungen gelten, deren Aufbewahrungspflicht noch nicht abgelaufen ist.

Kleinunternehmergrenze wird angehoben

Mit dem BEG III wir auch die umsatzsteuerliche Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro auf 22.000 Euro ab 2020 angehoben. Das bedeutet, dass Unternehmer, deren (grundsätzlich umsatzsteuerpflichtigen) Umsätze im Jahr 2019 den Betrag von 22.000 Euro nicht übersteigen und in 2020 voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen werden, im Jahr 2020 keine Umsatzsteuer ausweisen, anmelden und abführen müssen. Allerdings ist dann auch kein Vorsteuerabzug mehr möglich. Wie bisher kann jedoch zur Umsatzsteuer optiert werden.

Höhere Pauschalierungsgrenze für kurzfristig Beschäftigte

In vielen Unternehmen werden bei personellen Engpässen kurzfristig Aushilfen beschäftigt. Der Aushilfsarbeitslohn kann unter bestimmten Voraussetzungen pauschal mit 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer lohnversteuert werden. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer nur gelegentlich, nicht regelmäßig wiederkehrend und für maximal 18 zusammenhängende Tage beschäftigt wird. Bisher darf der Stundenlohn dafür 12 Euro und der durchschnittliche tägliche Arbeitslohn 72 Euro nicht überschreiten. Diese Grenzbeträge werden aufgrund des höheren gesetzlichen Mindestlohns und der gegebenenfalls darüber liegenden Tariflöhne auf 120 Euro pro Tag bzw. 15 Euro je Stunde angehoben. Die Neuregelung soll ab 2020 gelten. Auch für beschränkt steuerpflichtige Arbeitnehmer, die kurzfristig beschäftigt werden, soll es künftig eine Pauschalierungsmöglichkeit geben. Vorgesehen ist ein Pauschsteuersatz von 30 %.

Pauschalierungsgrenze für Beiträge zu Gruppenunfallversicherungen wird angepasst

Viele Arbeitgeber schließen für ihre Arbeitnehmer einen Gruppenunfallversicherungsvertrag ab, der auch private Risiken abdeckt. Den sich für den einzelnen Arbeitnehmer daraus ergebenden lohnsteuerlichen Vorteil kann der Arbeitgeber pauschal mit 20 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer versteuern, sofern die auf den einzelnen Arbeitnehmer entfallende Versicherungsprämie pro Jahr 62 Euro nicht übersteigt. Diese Grenze wird ab 2020 auf 100 Euro pro Jahr angehoben.

Betriebliche Gesundheitsförderung wird steuerlich mehr unterstützt

Maßnahmen des Arbeitgebers, die der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands des Arbeitnehmers oder der betrieblichen Gesundheitsförderung dienen sowie Zuschüsse zu solchen Maßnahmen sind derzeit bis zu 500 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Vorausgesetzt, sie werden zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn gewährt. Dieser Freibetrag soll ab 2020 auf 600 Euro steigen.

 

 

 

(Stand: 28.11.2019)

Wir sind gerne für Sie da

ADVISA
Steuer­beratungs­gesell­schaft mbH

Wilhelmsstraße 2
34117 Kassel Hessen Deutschland

Tel.: Work(0561) 707350
Fax: Fax(0561) 777158 ADVISA Kassel
E-Mail: 

Unsere Öffnungszeiten

Mo:8.00-17.00 Uhr
Di:8.00-17.00 Uhr
Mi:8.00-17.00 Uhr
Do:8.00-17.00 Uhr
Fr:8.00-16.00 Uhr

Steuerberater Kassel
alle Kontaktdaten

Steuerberater ADVISA Kassel

 ETL Qualitätskanzlei: Steuerberater ADVISA Kassel

European Tax & Law

Ein Unternehmen der ETL-Gruppe
Mehr Infos auf www.ETL.de

 

Mandantenportal
ETL PISA-Login

ArbeitnehmerportaleMitarbeiter-Login

Mehr Informationen zu ETL PISA

 

Entdecken Sie
die Welt von ETL

 
ETL-Gruppe
Regional verbunden, global vernetzt
ETL-Rechtsanwälte
Mehr als 300 Rechtsanwälte auf Ihrer Seite
Kanzlei Voigt
Spezialisierte Rechtsberatung im Verkehrsrecht
ETL Wirtschaftsprüfung
Lösungen für erfolgreiche Unternehmer
ETL Unternehmensberatung
Existenzgründung bis Unternehmensnachfolge
felix1.de
Online-Steuerberatung
ETL Global
Internationale Beratung
ETL Gesundheitswesen
Spezialisierte Beratungen für den Gesundheitsmarkt
ETL ADHOGA
Steuerberatung für Hotellerie und Gastronomie
ETL Franchise
Steuerberatung für Franchise-Nehmer und Franchise-Geber
ETL Personal-Kompetenzcenter
Für ein erfolgreiches Personalmanagement
ETL Agrar & Forst
Steuerberatung für Land- und Forstwirte
ETL Profisport
Beratung für Profisportler aller Disziplinen
ETL SFS
Steuerberatung für Senioren
 
×

Wir verwenden Cookies

Entscheiden Sie selbst, ob diese Website neben funktionell zum Betrieb der Website erforderlichen Cookies auch Betreiber-Cookies sowie Cookies für Tracking und Targeting verwenden darf. Weitere Details finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Einstellungen individuell anpassen Einstellungen jetzt speichern Alle Cookies zulassen und speichern
x